Äsche

Thymallus thymallus
Thymallus thymallus

Die Äsche gehört zur Familie der Forellenartigen (Salmoniden). 

 

Wesentlichste Merkmale:

- Der Körper ist lang gestreckt und seitlich etwas abgeflacht.

- Der Kopf ist zum Maul hin kegelförmig.

- Das kleine Maul ist unterständig.

- Das Auge ist birnenförmig.

- Die Rückenflosse (Fahne) ist auffallend hoch, lang und buntfarben.

- Die Schwanzflosse ist tief gegabelt.

- Relativ große Rundschuppen.

- Fettflosse.

 

Lebensräume: Lebt in kühlen, sauerstoffreichen, schnellfließenden Gewässern, mitunter auch in Seen. Die Äsche ist ein typischer Grundfisch, steht im sommer selbst in stärkster Strömung.

Nahrung: Larven der verschiedenen sich im Wasser entwickelnden Insekten und andere Kleintiere, Fluginsekten während der Eiablage.  Kleinfische oder die eigene Brut. Werden Nymphen verdriftet bzw. beim Schlupf vom Emergern ist immer die Ä als erstes beim Futtern.

Größe: Die Durchschnittsgröße liegt bei 35 cm bis 40 cm. Nur wenige erreichen eine Länge von über 50 cm und ein Gewicht von bis zu 2kg .

Alter: Ungefähr 8 bis 10 Jahre.

Mindestmaß: 30 cm (Sonderbestimmungen der Bewirtschafter beachten!).

Schonzeit: Vom 1. März bis zum 30. April (Schotterlaicher). Die Laichzeit erstreckt sich von März bis April. Ä sind Schotterlaicher, wobei die Eier an geeigneten, seichten Stellen im Fluss selbst abgelegt werden. Das Ablaichen erfolgt paarweise.

 

Durch Kormoran und andere Umwelteinflüsse ist die Ä zu einer gefährdeten Fischart geworden, die besonderen Schutz verdient. 

 

In den Traunrevieren - die ich befische - striktes Entnahmeverbot! Die Glomma in Norwegen ist ein Traumrevier für diesen Fisch.

 

Äschen sind die besten Steiger! Oder doch nicht immer?

Beobachtungen zwischen Traun und Glomma.

 

Die Nahrungsaufnahme der Äsche. Die Äsche ernährt sich vorwiegend von Insekten und anderen kleineren Wasserlebewesen.

Unterschied zur Forelle: Die Forelle jagt mehr Kleinfische (Koppen, Pfrillen, Weißfischerl, …) und Insektennahrung ist „die Nachspeise“. Erst im Herbst stellt sich das Sichtkorn auf kleinere Nahrung um. Vor allem bei Regenbogen ist dieses Verhalten zu beobachten. Streamerfischen kann dann sehr frustrierend sein, kleine Mückenimitationen aber äußerst erfolgreich.

  

Die Aktivität der Äsche ist in größeren Flüssen oft erst bei herbstlichem Niedrigwasser zu erkennen. Das typische Schmatzen an der Wasseroberfläche, das Sichtbarwerden der Rückenflosse im Wasserspiegel beim Abtauchen zum Grundplatz. Ist keine Oberflächenaktivität zu beobachten dann ist die Äsche in anderen Wasserbereichen aktiv. Einfach dort wo es etwas zu fressen gibt. Dicht am Grund, im Mittelwasser, knapp unterhalb des Wasserspiegels oder an der Wasseroberfläche.

Setzt kein Schlupf an der Oberfläche ein, keine Aktivität im Oberflächenfilm, nichts los im Mittelwasser, dann frißt die Äsche am Grund daherdriftende Fliegenlarven, Flohkrebse, Wasserasseln, … Sobald aber ein Schlupf einsetzt beginnt die Äsche sich nach oben zu orientieren. Bei klarem sichtigem Wasser ist sie nun gut zu beobachten. Pendelt ganz kurze Wege nach rechts, links (die seitliche Abweichung liegt je nach Menge der daherdriftenden Nahrung und Sichtigkeit des Wassers bei ca. 0,3-1 Meter) und folgt der geraden Steiglinie vom Grundplatz nach oben. Die Äsche kehrt aber immer wieder zum Standplatz am Grund zurück.

Unterschied zur Forelle: Die Bachforelle hat auch Standplätze, die Regenbogen vagabundiert mehr im freien Wasser herum. Größeres Sichtfenster der Forellen – rechts, links, oben, unten und meterweite Abweichungen um etwas fressbares zu erwischen.

  

Eine Eigenheit der Äsche ist das Fressen von Aufsteigernymphen im Oberflächenwasser. Die Schlupfbewegung (pulsieren der Flügel) dürfte ein wesentlicher Auslöser sein. Die Äsche frisst jetzt knapp unter der Wasseroberfläche, die Rückenflosse wird beim Abtauchen zum Grundplatz sichtbar. So mancher Fischer knüpft in diesem Moment eine Trockenfliege an, besser wäre ein Emerger oder eine Nassfliege im Spidertypus.

Etwas später setzt natürlich ein Schlupf auf der Wasseroberfläche ein. Jetzt schmatzt die Äsche Fliegen direkt von der Wasseroberfläche. Wird dabei oft unvorsichtig im „Steigrausch“ und attackiert bzw. frisst unterhalb von Brücken sogar dahertreibende Zigarettenstummel. Kehrt aber immer wieder auf den Stammplatz am Grund zurück.

Unterschied zur Forelle: Die Forelle bleibt dicht unter der Wasseroberfläche, laufend ist die Rückenflosse zu sehen und das große Fressen passiert.

 

Zu bestimmten Zeiten kann die Äschenfischerei sehr schwierig sein. Das Wasser ist dann oft voll mit abtreibenden Nymphen. Die Äsche klebt am Grund und bewegt sich von ihrem Standplatz max. 15cm seitlich weg. Unsere Nymphe muß dann in der korrekten Wassertiefe und der angepaßten Strömungsgeschwindigkeit "dead drift" über Grund dahertreiben. Bei Abdrift flußabwärts immer wieder einen zarten "Leisenring Lift" einlegen und Nymphe wieder sinken lassen.

Die Standplätze der Äsche. 2 Faktoren sind wichtig:

1. Die Strömung transportiert Nahrung daher. 

2. Die Deckung gegen allzu starke Strömung.

Äschen lieben eher strömungsberuhigte Zonen. In strukturarmen Fließgewässern sind sie oft in Bodenvertiefungen anzutreffen, als dunklere Stellen gut erkennbar.

Es lohnt sich generell immer Strömungskanten zu befischen, erkennbar an Blasenbahnen. Beliebt sind weiters Abbruchkanten von langsam fließendem flachem Wasser in Richtung tieferes Wasser. Bei Hochwasser werden Standplätze am Prallufer verlassen und in Richtung strömungsärmerem Gleitufer besetzt. Gleiches gilt für Flüsse mit stark schwankendem Wasserpegel durch Kraftwerke. Hier sind die Äschen oft weniger steigfreudig. Durch Schwallbetrieb dürften mehr Nyhmphen dicht am Grund verdriftet werden und dort findet dann das Fressen statt.

 

Das platzieren der Trockenfliege. Grundsätzlich muß die Fliege natürlich oberhalb des Steigringes platziert werden. Wie weit oberhalb ist eine Erfahrungssache und abhängig von der Wassertiefe und der Strömungsgeschwindigkeit. Steht die Äsche in ca. 1m Wassertiefe bei mittlerer Strömung erkennt sie die Fliege ca. 1,5m davor. Wir rechnen ca. 1m dazu und servieren die Fliege ca. 2,5m vor dem Steigring. Bei schnellerer Strömung platzieren wir die Fliege bis zu 4-5m vor dem Steigring. Dann entsprechend langes Vorfach verwenden, um dreggfreie nicht furchende Fliegenpräsentation zu schaffen. Ausgenommen die gewollte furchende Köcherfliege. 

Zu beachten ist dass Äschen in langsamer Strömung sich extrem Zeit lassen. Sie steigen ganz langsam, schwimmen der Fliege sogar hinterher und schlürfen im letzten Moment hoffentlich die Fliege ein.

Zu berücksichtigen ist noch das seitliche Sichtfenster, liegt oft nur bei ca. 0,3-1m. Meint man die Äsche hat seitlich auf größere Entfernung reagiert hat man oft eine weitere Äsche übersehen.

Beim Nymphenfischen muß die Geschwindigkeit der dead drift abtreibenden Nymphe exakt der Grundströmung entsprechen. Mitunter gibt es aber Tage wo die Nymphe leicht bewegt werden muß, z.b. mit dem Leisenring Lift leicht ab und auf taumelnd. Mitunter in Kombination mit einem Poly-Bißanzeiger.